Warum ist es so schwer mit dem Rauchen aufzuhören?

Rauchen schränkt dich ein wie eine Kette

Spätestens nach dem ersten Aufhörversuch fragen sich viele Raucher: Warum ist es so schwer mit dem Rauchen aufzuhören?!

Dabei ist der Grund eigentlich ganz einfach: Rauchen macht auf körperlicher und psychischer Ebene abhängig.

Das Gehirn eines Rauchers ist geradezu darauf programmiert, in bestimmten Situationen zu rauchen!

Warum genau es für viele so schwer mit dem Rauchen aufzuhören ist. Und wie dennoch jeder rauchfrei werden kann: Darum geht's hier!

Wie Nikotin das Aufhören schwer macht

Nikotin ist der Suchtstoff in der Zigarette und der Hauptgrund dafür, warum es so schwer ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Nikotin ist ein starkes Nervengift – etwa 40mg reichen bereits aus, um einen Nichtraucher zu töten. Eine Zigarette enthält etwa 10 bis 20mg Nikotin, wovon beim Rauchen etwa ein Zehntel aufgenommen wird.

Wie viel Nikotin ein Raucher aufnimmt, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: Nikotingehalt der Glimmstängel, Anzahl der gerauchten Zigaretten, und wie tief der Rauch eingeatmet wird, spielen die Hauptrolle dabei.

Nikotin erreicht in nur wenigen Sekunden das Gehirn, welches daraufhin zahlreiche Hormone ausschüttet:

  • Dopamin ist auch als das Glückshormon bekannt.
  • Noradrenalin sorgt kurzzeitig für mehr Konzentration und Aufmerksamkeit.
  • Serotonin führt zu einem zufriedenen und wohligen Gefühl.

Genau diese Hormone führen zur Abhängigkeit, weil sich der Raucher dadurch kurzfristig gut fühlt.

Auch dass das Nikotin so schnell das Gehirn erreicht, führt zu einer höheren Abhängigkeit – denn die „Belohnung“ kommt sofort und ist damit unmittelbar mit dem Rauchen verknüpft.

Ist das Nikotin erst einmal im Körper, wird es in der Leber schnell abgebaut. Bei starken Rauchern geschieht das sogar in weniger als einer Stunde.

Somit sinkt die Stimmung und ein erneuter Konsum drängt sich auf – der Teufelskreis der Nikotinsucht. Ein Raucher leidet also ständig unter Stimmungsschwankungen, nur werden sie für ihn so normal, dass er sie kaum noch bemerkt.

Also: Warum ist es so schwer mit dem Rauchen aufzuhören, was das Nikotin betrifft?

Der Grund ist, dass Hormonspiegel und Stoffwechsel sich an das Nikotin gewöhnen. Bleibt die Nikotinzufuhr aus, kommt es zu Nikotinentzug und Entzugserscheinungen. Deshalb ist der Anfang die beim Rauchen aufhören schwierigste Phase.

Nur weil Zigaretten legal sind, ist Nikotin also noch lange nicht harmlos. Ganz im Gegenteil: Weil es legal ist, ist es überall erhältlich, kann überall konsumiert werden und macht einen Rückfall besonders einfach. Die US-Gesundheitsbehörde FDA stellt das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin sogar auf eine Stufe mit Heroin.

Zusatzstoffe erhöhen Suchtpotential

Zusätzlich zum Nikotin enthält der Tabakrauch etwa 5000 Substanzen!

Viele davon werden von der Tabakindustrie beigemischt, um die Zigaretten überhaupt erst genießbar zu machen. Diese Stoffe sollen den Rauch milder machen und den Geschmack von Zigaretten verbessern.

Doch dadurch erhöhen sie das Suchtpotenzial von Zigaretten und sind deshalb mit verantwortlich dafür, warum es so schwer ist mit dem Rauchen aufzuhören.

  • Teer im Zigarettenrauch verklebt die Atemwege und erhöht die Krebsgefahr.
  • Kohlenmonoxid führt zu Sauerstoffmangel im Blut, zur Verdickung von Blutgefäßen und damit zu Arteriosklerose, wodurch Herzinfarkt und Schlaganfall in bedrohliche Nähe rücken.
  • Ammoniak ist krebserregend und wird den Zigaretten beigemischt, um die Suchtwirkung zu erhöhen. Es wird unter anderem auch in Putzmitteln verwendet.
  • Auch Benzol wird in Putzmitteln verwendet, ist im Tabakrauch enthalten und verursacht Leukämie.
  • Formaldehyd wird z.B. bei der Textilherstellung und Leichenkonservierung verwendet. Im Tabakrauch (und auch im Dampf von E-Zigaretten) führt es zu einer erhöhten Krebsgefahr.

Ein häufiger Trugschluss ist es, dass Rauchen nur Atemwege und Lunge schädige. In Wahrheit kommt es durch die unheimlich vielen Gifte im Rauch zu Schäden im gesamten Körper.

Rauchen aufhören: Wann ist das Schlimmste vorbei?

In der Regel setzen spätestens einige Stunden nach der letzten Zigarette die ersten körperlichen Entzugserscheinungen ein. Sie erreichen ihren Höhepunkt nach zwei bis drei Tagen, und sind nach einer Woche deutlich abgeklungen.

Meist ist also die erste Woche die beim Rauchen aufhören schwierigste Phase. Doch auch danach folgen noch weitere Rauchen aufhören Phasen, die in diesem ausführlichen Artikel zum Nikotinentzug beschrieben sind.

Die weiteren Phasen sind vor allem ein Kampf mit der psychischen Abhängigkeit, die das Rauchen hinterlassen hat.

Die psychischen Entzugserscheinungen dauern auch deutlich länger, zumeist mindestens ein paar Monate. Dauer und Intensität der psychischen Symptome sind stark abhängig vom Einzelnen.

Auch nach einer sehr langen rauchfreien Zeit fangen manche wieder an zu rauchen, so wie z.B. Frauen nach ihrer Schwangerschaft, für die sie das Rauchen aufgegeben hatten.

Der Umgang mit der psychischen Abhängigkeit ist daher enorm wichtig und der Schlüssel, um dauerhaft rauchfrei zu bleiben. Ohne der richtigen Basis kommt es meist zum Rückfall.


Rauchen aufhören Kopfsache?

Der Umgang mit der psychischen Abhängigkeit ist für die meisten Ex-Raucher die größte Herausforderung. Die ständigen Gedanken an eine Zigarette lassen die meisten früher oder später schwach werden.

Kein Wunder also, dass die Erfolgsqoute beim Aufhören nur bei etwa 5% liegt.

Die psychische Abhängigkeit ist auch der Grund, warum eine allein auf Willenskraft begründete Hau-Ruck-Aktion nie zum Erfolg führt. Wie wir schließlich gesehen haben, kann diese Form der Sucht Monate und noch länger weiterwirken!

Die psychische Sucht besteht vor allem aus unbewusst gewordenen Mustern, die einen immer wieder zum Rauchen drängen. Diese Muster eignet sich der Raucher schnell an und übt diese über Jahre ein.

Doch was eingeübt wurde, kann auch wieder verworfen werden – wichtig ist also die bewusste Auflösung dieser Muster.

Denn im Gegensatz zur körperlichen verschwindet die psychische Abhängigkeit nicht einfach mal so schnell.

Da ist also etwas dran, dass Rauchen aufhören Kopfsache ist!

Mit der Zeit entwickeln die meisten Raucher eine sehr intime Bindung zur Zigarette. Dann ist es kein Wunder, warum es so schwer ist, mit dem Rauchen aufzuhören!

Das Rauchen bindet sich an alles mögliche – die Zigarette wird zum Begleiter beim Essen, beim Sex, bei der Bewältigung von Gefühlen. Emotionale Abhängigkeit entsteht. Muster, Rituale und Routine stellen sich ein. Illusionen und Ausreden setzen sich fest – das Suchtverhalten geschieht vollautomatisch.

Das alles ist nur schwer loszuwerden, wenn man nicht weiß, wie. Doch es ist definitiv möglich. Für jeden.

Was sich in dein Leben eingeschlichen hat, das kannst du auflösen, nur eben nicht von heute auf morgen. Deshalb ist es oft nicht sehr empfehlenswert, das Rauchen aufhören sofort umzusetzen. Die allermeisten bleiben mit diesem Vorgehen nicht dauerhaft rauchfrei.

Wie wir uns selbst das Rauchen aufhören schwer machen

Lass uns doch konkret anschauen, wie das Rauchen aufhören Kopfsache ist und warum mit dem Rauchen aufzuhören so schwer ist in diesem Zusammenhang.

An sich könnte man doch meinen, dass der Rauchstopp eine Entscheidung ist wie jede andere. So wie wenn du dich entscheidest, statt dem einen Joghurt nun einen anderen Joghurt zu kaufen. Eine einfache Entscheidung also.

Warum sieht es da beim Rauchen aufhören anders aus? Warum kämpfen die Ex-Raucher ständig mit ihrer Entscheidung und wälzen diese immer wieder auf? Mit dem neuen Joghurt fragen sie sich ja auch nicht ständig, ob es die richtige Entscheidung war.

Bei vielen ist die Herangehensweise an die Entscheidung für den Rauchstopp bereits ein Problem.

Anders als beim Joghurt wollen sich viele die Zigarette verbieten. Das bedeutet konkret: Sie versuchen, sich die Freiheit zu nehmen, jemals wieder eine zu rauchen. Das klingt ja irgendwie logisch – aber ist es wirklich hilfreich?

Irgendwie geht das ja auch an der Realität vorbei. Schließlich hast du immer die Freiheit, dir eine Zigarette anzuzünden – ganz egal, ob du dir sagst, dass du es nicht darfst!

Dieses Verhalten erinnert ein bisschen an Eltern, die ihrem Kind etwas verbieten.

Der Unterschied jedoch: Wenn man sich selbst etwas verbietet, so teilt man sich in zwei Teile. Beim Verbieten muss es schließlich immer zwei geben – den, der verbietet; und den, dem etwas verboten wird.

Aber wozu dieses Theater? Viel hilfreicher ist es doch, sich bewusst zu entscheiden für ein Leben ohne Zigaretten – und zwar als ganzes Individuum, das du bist. :)

Ansonsten erschafft man nur eine Spannung zwischen zwei Gegenpolen, die es in Wirklichkeit ja gar nicht gibt. Wie soll man denn so einen Konflikt überhaupt lösen – einen Konflikt, den man selbst erschaffen hat und den es in Wahrheit gar nicht gibt?

Sich etwas zu verbieten, das hat außerdem etwas Absolutes. Ein Verbot schließt etwas aus, und zwar den Weg zurück. Und das hat schon fast etwas Bedrohliches.

Beim Joghurt weiß man, dass man jederzeit wieder seinen alten Joghurt kaufen kann – man kann entspannt sein bei der Entscheidung. Bei der Zigarette versuchen die Leute, sich jeglichen Rückweg zu blockieren – und sind bei der Entscheidung dann extrem unentspannt.

Damit fühlen sich viele dann schnell überfordert. Denn woher will man jetzt wissen, ob es die richtige Entscheidung ist? Vielleicht ist es also hilfreicher, auch die Entscheidung für den Rauchstopp etwas entspannter anzugehen.

Aber nicht in dem Sinne, dass man es aufschiebt oder sowas. Sondern dass man sich ohne Druck bewusst dafür entscheidet, die Zigaretten einfach mal wegzulassen.

Viel Erfolg dabei!


PS: Wie du siehst können Tipps zum Aufhören ganz unintuitiv sein. Vor allem, wenn es um die Psychologie dahinter geht. Für mehr exklusive Tipps, trag‘ dich einfach ein in den Vision:Rauchfrei Newsletter.

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